Die Idee

Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Die psychische Erkrankung eines Elternteils kann das Familiengefüge ziemlich durcheinander wirbeln. Auch und gerade die betroffenen Kinder werden dabei vor grosse Herausforderungen gestellt. Sie haben jedoch gute Entwicklungschancen, wenn die Eltern und Angehörigen offen mit der Erkrankung umgehen und sich die Kinder auf mehrere tragfähige Beziehungen und anregende Kontakte stützen können — auch ausserhalb der eigenen Familie.

Ein bekanntes afrikanisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

«Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.»

Daran anknüpfend haben Espoir und pro Infirmis Zürich in enger Zusammenarbeit das Projekt «Ponto — Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern» ins Leben gerufen. Wir möchten einen gesellschaftlichen Beitrag zum Verständnis für psychische Erkrankungen fördern und einer möglichen sozialen Isolierung betroffener Personen und Familien entgegenwirken.

Espoir sucht und vermittelt im Rahmen von Ponto Patinnen und Paten, die über mehrere Jahre einen halben Tag pro Woche mit einem betroffenen Kind verbringen; Pro Infirmis Zürich begleitet und unterstützt die jeweiligen Eltern mit psychischen Erkrankungen.

Brücken bauen, Hindernisse überwinden, Verbundenheit schaffen.

Die Ausgangslage

Schätzungen zufolge leben im Kanton Zürich etwa 4000 Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Da in ihrem Verhalten selbst (noch) nicht auffällig geworden, werden diese Kinder im psychiatrischen Kontext oftmals übersehen. Es gibt kaum unterstützende, speziell auf sie ausgerichtete Angebote, obwohl die Kinder häufig sehr stark mit ihrer beispielsweise traumatisierten Mutter oder mit ihrem depressiven Vater leiden. Ihre Verletzlichkeit zeigt sich etwa in emotionalen Problemen oder darin, dass sie schon früh Aufgaben ihrer Eltern übernehmen. Zudem zeigen Studien: Die betroffenen Kinder sind besonders gefährdet, im Laufe ihres Lebens selbst psychisch zu erkranken.

Hier setzt Ponto an. Von den beiden Non-Profit-Organisationen Espoir und Pro Infirmis im Sommer 2019 als niederschwelliges Unterstützungsangebot lanciert, ergänzt das Pilotprojekt die Versorgungslandschaft für Kinder psychisch belasteter Eltern im Raum Zürich auf innovative Weise.

Ponto in Kürze

  • Patinnen und Paten (als Familie, Paar oder Einzelpersonen) betreuen das Patenkind einen halben Tag pro Woche.
  • Das Engagement ist freiwillig (gegen Entgelt von Spesen) und längerfristig (in der Regel 3 Jahre).
  • Die Eltern und die betroffenen Kinder sind bereit, mit einer Patin und/oder einem Paten (oder einer Patenfamilie) sowie je einer Koordinationsperson von Espoir und Pro Infirmis zusammenzuarbeiten.
  • Der erkrankte Elternteil befindet sich in der Regel in einer professionellen Behandlung.
  • Die Koordinationsperson wählt Patinnen und Paten aus, schult sie und ist für das Matching zuständig. Sie organisiert zudem regelmässige Standortbestimmungen, Weiterbildungen und/oder Supervisionen und ist erste Ansprechperson bei Konflikten.
  • Das Projekt konzentriert sich auf Kinder und Jugendliche der Region Zürich.

Die Organisationen

Logo der Organisation Espoir - Gemeinsam für Kinder

Espoir ist ein 1992 gegründeter, gemeinnütziger, konfessionell und politisch unabhängiger Verein mit Sitz in Zürich. Er unterstützt Kinder und Familien mit massgeschneiderten und bedarfsorientierten Dienstleistungen, insbesondere durch Sozialpädagogische Familienbegleitungen, Sozialpädagogische Abklärungen und begleitete Platzierungen in Pflegefamilien. Espoir besteht aus einem Team von rund 30 Fachpersonen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Psychologie und Administration sowie den rund 70 angestellten Pflegeeltern.

Für Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Lucia Schmid Geschäftsführerin der Ponto-Träger-Organisation Espoir

Verein Espoir

Lucia Schmid
Geschäftsführerin
Brahmsstrasse 28
8003 Zürich

E-Mail: l.schmid@vereinespoir.ch
Telefon: 043 501 24 10
vereinespoir.ch

Logo der Organisation Pro Infirmis Zürich

Als grösste Fachorganisation für Menschen mit Behinderungen setzt sich Pro Infirmis für Selbstbestimmung und Inklusion ein. Pro Infirmis berät, begleitet und unterstützt schweizweit Menschen mit körperlichen, kognitiven und psychischen Behinderungen und ihre Angehörigen. Gemeinsam mit Betroffenen kämpft Pro Infirmis für die gesellschaftliche Gleichstellung und gegen Diskriminierung.

Für Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Beatrice Schwaiger Leitung Sozialberatung der Ponto-Träger-Organisation Pro Infirmis Zürich

Pro Infirmis Zürich

Beatrice Schwaiger
Leitung Sozialberatung
Beratungsstelle Stadt
Hohlstrasse 560
8048 Zürich

E-Mail: beatrice.schwaiger@proinfirmis.ch
Telefon: 058 775 25 25
proinfirmis.ch

Die Finanzierung

Das Projekt Ponto wird unterstützt von:

Walter Haefner Stiftung

… sowie von zahlreichen weiteren Spenderinnen und Spendern.

Möchten auch Sie Ponto unterstützen?

Postkonto: 80-1956-8
IBAN: CH49 0900 0000 8000 1956 8
BIC: POFICHBEXXX

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